Georg Severa, 1912 in Ostoberschlesien geboren, wurde im Oktober 1940 in Wien von der GestapoGestapo
::→ <Geheime Staatspolizei> verhaftet und nach Aufenthalten in verschiedenen Gefängnissen im September 1942 nach Auschwitz transportiert. Severa erhielt die HäftlingsnummerHäftlingsnummer
::Die → SS gab jedem ins Lager verbrachten Häftling eine Lagernummer.
Folgende Nummernserien gab es in Auschwitz:
Männer:
Nummernserie 1 – 202.499 (Vergabezeitraum: Mai 1940 bis Januar 1945); Nummernserie A-1 – A-20.000 (Vergabezeitraum: Mai bis August 1944); Nummernserie B-1 – B-14.897 ((Vergabezeitraum: Juli bis Dezember 1944)
Frauen:
Nummernserie 1 – 89.325 (Vergabezeitraum: März 1942 bis November 1944); Nummernserie A-1 – A-29.354 (Vergabezeitraum: Mai bis November 1944)
Sinti/Roma („Zigeuner“):
Männer: Z-1 – 10.097
Frauen: Z-1 – 10.849
Sowjetische Kriegsgefangene:
RKG-1 – 11.957
66.843 und war in Auschwitz IAuschwitz I
::Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
(StammlagerStammlager
::→ Auschwitz I) in der sogenannten Effektenkammer, in der Hab und Gut der Lagerinsassen aufbewahrt wurde, und bei dem SS-Unternehmen Deutsche Ausrüstungswerke (DAW) eingesetzt. Im Mai 1944 wurde Severa in das Lager BunaBuna
::Die IG Farbenindustrie AG entwickelt in den 1920er Jahren einen Synthesekautschuk, „Buna“ genannt. Der Werkstoff sollte ein Konkurrenzprodukt zum natürlichen Kautschuk sein, den Deutschland einführen musste. Die nationalsozialistische Führung wollte Deutschland von Einfuhren möglichst unabhängig machen. Deshalb drängte das Regime die IG Farben, Produktionsstätten für Buna zu errichten. Das Werk in Auschwitz war die vierte Buna-Fabrik der IG Farben. Mit der Bezeichnung „Buna“ wurde auch das KZ benannt, das die IG Farben unmittelbar am Rand des Werksgeländes für die KZ-Häftlinge eingerichtet hat. Die Häftlinge des Lagers hat der Konzern für die Sklavenarbeit von der Auschwitzer SS gemietet.
/MonowitzMonowitz
::Auf dem Boden des polnischen Dorfes Monowice wurde 1942 von dem Unternehmen IG Farbenindustrie AG ein Barackenlager (Lager IV: Dorfrand) errichtet. In dem Lager wurden ab Ende Oktober 1942 KZ-Häftlinge untergebracht. Für das firmeneigene Lager werden die Bezeichnungen „Lager Buna“ bzw. „Lager Monowitz“ gebraucht. Die → SS verwendete die Bezeichnungen „Arbeitslager Buna“ und „Arbeitslager Monowitz“, ab November 1944 auch „KL Monowitz“. verlegt und in verschiedenen Kommandos auf dem Werksgelände der IG Farbenindustrie AG eingesetzt. Im Oktober 1944 kam Severa noch in das Außenlager Gleiwitz IV. Im Januar 1945 wurde er aus dem Lager entlassen und in die SS-Sondereinheit Dirlewanger eingezogen. An der Ostfront eingesetzt, geriet Severa in sowjetische Gefangenschaft und wurde im April 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.
Zur Zeit seiner Aussage im August 1964 war der Zeuge Georg Severa 51 Jahre alt und arbeitete als Diplom-Kaufmann in Lörrach/Südbaden.
You do not have the Flash plugin installed, or your browser does not support Javascript. Both are required to view this Flash movie.
Hörbeispiel:
Und als ich in den Bunker kam, da hat immer ein deutscher Artist uns verschiedene Schlager gesungen und gesagt, dass er im StehbunkerStehbunker
::Im „Gefängnis“ in → Auschwitz I (Stammlager), in → Block 11, gab es im Kellergeschoss neben gewöhnlichen Zellen für mehrere Gefangene sogenannte Stehbunker. In den Zellen von einer Fläche von 90 auf 90 Zentimeter und einer kleinen Luke für die Luftzufuhr wurden Häftlinge, manchmal vier je Stehzelle, strafweise eingesperrt und manchmal dem Hungertod preisgegeben. ist und Schlage ihn zum Verhungern verurteilt hatte. [...] Der hat uns immer verschiedene Schlager vorgesungen, und mit jedem Tag war er immer schwächer, so dass zum Schluss hat er dann nur so gebrüllt wie ein Tier vor Hunger, und an einem Sonntag im Februar, da war er schon tot, da hat ihn der Jakob herausgezerrt aus diesem StehbunkerStehbunker
::Im „Gefängnis“ in → Auschwitz I (Stammlager), in → Block 11, gab es im Kellergeschoss neben gewöhnlichen Zellen für mehrere Gefangene sogenannte Stehbunker. In den Zellen von einer Fläche von 90 auf 90 Zentimeter und einer kleinen Luke für die Luftzufuhr wurden Häftlinge, manchmal vier je Stehzelle, strafweise eingesperrt und manchmal dem Hungertod preisgegeben..
(74. Verhandlungstag, 6.8.1964)
Erläuterung:
Im Untergeschoss von Block 11Block 11
::Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.
in Auschwitz IAuschwitz I
::Im November 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz administrativ dreigeteilt: Das → Stammlager, das seit Mai 1940 existierende, erhielt die Bezeichnung Auschwitz I.
(StammlagerStammlager
::→ Auschwitz I) befanden sich Arrestzellen. Der Block bzw. der Zellentrakt wurde in der Sprache der Häftlinge „Bunker“ genannt. Neben den üblichen Zellen gab es noch sogenannte Stehzellen, 90 mal 90 cm in der Fläche groß, in denen Häftlinge oftmals ohne Nahrung bis zum Hungertod eingesperrt waren. Der Angeklagte Bruno Schlage war Arrestaufseher in Block 11Block 11
::Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.
und soll nach Aussagen von Überlebenden den Musiker Bruno Graf aus Düsseldorf zum Hungertod verurteilt haben. Der Häftlingsaufseher in Block 11Block 11
::Im → Stammlager (→ Auschwitz I) wurde im Kellergeschoss von → Block 11 ein Lagergefängnis mit insgesamt 27 Zellen und vier sogenannten Stehzellen eingerichtet. Die Stehzellen hatten eine Fläche von 90 auf 90 cm. Durch eine kleine Tür am Fußboden mussten die Gefangenen in die Zellen kriechen. Im → „Stehbunker“ hat die → SS Häftlinge verhungern lassen.
, der jüdische Häftling Jakob Kozelczuk („Bunker-Jakob“ genannt), hatte die Aufgabe, Häftlinge aus den Zellen zur Erschießung an die sogenannte Schwarze WandSchwarze Wand
::In → Auschwitz I (→ Stammlager) wurden Häftlinge seit November 1941 an einer Mauer, die zwischen den Blöcken 10 und 11 gezogen und mit einem Kugelfang versehen worden war, mit einem Kleinkalibergewehr durch → Genickschuss ermordet. In der Lagersprache hieß die Exekutionsstelle „Schwarze Wand“ oder „Todeswand“. zu bringen und die Arrestzellen in Ordnung zu halten. Kozelczuk solidarisierte sich mit den gefangenen Häftlingen im Bunker und leistete ihnen im Rahmen seiner Möglichkeiten Hilfe und Unterstützung.