Im 19. Jahrhundert entstand mit zunehmendem wirtschaftlichem Erfolg der bürgerlichen Schicht und dem damit wachsenden kulturellen und politischen Selbstvertrauen in vielen Städten das Bedürfnis nach einem repräsentativen Ort für kulturelle, politische und gesellschaftliche Zusammenkünfte. In der Freien Stadt Frankfurt am Main traten am 12. Januar 1859 engagierte Bürger des „Provisorischen Comitees zur Bildung einer Saalbau-Actiengesellschaft" mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit, in der es hieß:
„Diese Gesellschaft hat den Zweck…, ein Gebäude mit einem großen Fest- und Concertsaal sammt den hierzu gehörigen Localitäten zu errichten, und diese Räume für Concerte, Bälle, Ausstellungen usw. zu vermiethen…."
Mit der Idee für den ersten Frankfurter Saalbau begann die Geschichte der SAALBAU-Gesellschaft 1859. Heute sind in Frankfurt am Main 25 Saalbauten über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Nahezu zwei Millionen Gäste besuchen jährlich die Häuser dieser bundesweit einmaligen Institution, die sich das Motto „Wir machen Begegnungen möglich!" auf die Fahne geschrieben hat.
Wir machen Begegnungen möglich!
Vom Johann-Strauß-Neujahrskonzert bis zur Persischen Neujahrsfeier, vom Kabarett bis zur Lesung, vom Konzert der Jugendmusikschule bis zum Kindertheater, von der Jagdspaniel-Hundeausstellung bis zum Radreisemarkt, den Esoteriktagen bis zum Übergrößen-Flohmarkt, von der Fastnachtssitzung bis zum Tanz in den Mai, von Carmina Burana bis Yoga, vom Italienischen Muttertagsfest bis zum Pakistan-Festival: Die Veranstaltungen in den Frankfurter Saalbauten erfreuen auch heute, 150 Jahre nach Gründung der Gesellschaft, nach wie vor ein „zahlreiches Auditorium aller Klassen der Gesellschaft" – wie von den Urvätern des ersten Saalbaues einst gewünscht.
"Solange es Menschen gibt und soweit wir Heutigen die Vergangenheit beurteilen können, gab es neben dem privaten „Dach über dem Kopf" für Sippen oder Familien auch immer schon öffentliche Versammlungsräume, in denen Veranstaltungen stattfanden. Denken wir an große Höhlen, die unsere steinzeitlichen Vorfahren auch für rituelle Handlungen nutzten, denken wir an Tempel und Kirchen, die ja zum Beispiel auch als Gerichtsräume dienten. In der Saalburg kann man eine große Halle besichtigen, die den Soldaten als Exerzierhalle, dem Befehlshaber aber auch als Empfangshalle für germanische Unterhändler zur Verfügung stand. Theaterräume und Messehallen, wie sie in der Renaissance in Oberitalien entstanden, kamen später hinzu. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Große Versammlungsräume entspringen unserem Bedürfnis, uns von Mensch zu Mensch zu begegnen. Daran haben auch revolutionäre Erfindungen wie die Schrift, der Buchdruck, Fernsehen, Radio oder Telefon nichts geändert, obwohl über weite Entfernungen von Mensch zu Mensch in Verbindung getreten werden kann. Auch die neuen Medien, die interaktives In-Verbindung-Treten ermöglichen, werden an diesem menschlichen Grundbedürfnis nichts ändern.
Für Frankfurt heißt das: Wir brauchen die Räume der SAALBAU und wir brauchen die SAALBAU, um uns begegnen zu können."
Dr. Andreas Eichstaedt, Geschäftsführer der SAALBAU Betriebsgesellschaft mbH
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